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Keramos Kabinett


Dr. Jan Mende

Ausstellungsmacher, Stadtmuseum Berlin


Schön behaglich warm. Goethes Öfen

Johann Wolfgang von Goethe empfand den Winter als Zumutung. Denn diese „schlimmsten Monate" des Jahres zwangen ihn nicht nur in die „Dachshöhle" seiner Schreibstube, auch mit den immensen Heizkosten, der Brennholzbeschaffung und der richtigen Wahl passender Öfen musste sich der Hausherr befassen.

In Goethes Haus am Weimarer Frauenplan gab es 14 Öfen, zumeist ganz einfache Kachelöfen, für die ein ortsansässiger Töpfer zuständig war. Aber Goethe entwarf sogar eigenhändig zwei Heizkörper und er zog in Berlin Erkundigungen über das Sortiment der Feilner’schen Ofenfabrik ein. Bei der Suche nach geeigneten Zimmeröfen bezog er den Oberbaudirektor Coudray ebenso ein wie die Großherzogin Maria Pawlowna.

Das durch die Unterstützung der Gesellschaft der Keramikfreunde herausgekommene Buch „Schön behaglich warm“ widmet sich dem Phänomen des goethezeitlichen Zimmerofens. Ausgehend von einer detaillierten Dokumentation des vorhandenen Ofenbestandes in Weimar selbst, geht die Publikation der Frage nach dem Stellenwert derartiger Alltagsobjekte nach, erkundet Funktion und Form der damaligen Öfen und nimmt nicht zuletzt deren Produktdesigner und Hersteller in den Fokus.

Dr. Jan Mende ist Ausstellungsmacher beim Stadtmuseum Berlin und Kurator des Museums Knoblauchhaus. Er promovierte 2011 an der Universität Potsdam mit einer Monographie zur Tonwarenfabrik Feilner und war 2014 und 2018 Stipendiat der Klassik Stiftung Weimar.


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